Extrusion

Der 3D-Wizard generiert die Flächen der thermischen Gebäudehülle anhand der Eingaben, die in den Schritten Energiebezugsfläche (EBF) und Geschosse gemacht wurden. Dies funktioniert folgendermassen:

  • Die in Arbeitsschritt EBF gezeichneten Polygone und Rechtecke «innerhalb der thermischen Hülle» werden auf die Geschosshöhe nach oben extrudiert. So entsteht je Geschoss mindestens eine Box. Die Boxen werden anschliessend übereinandergestapelt, um den gesamten Gebäudekörper zu bilden.

  • Aus dem Gebäudekörper leiten sich die Fassaden-Outlines ab, die im Schritt Fassaden bearbeitet werden können. Diese können sich somit von den automatisch ermittelten Fassaden im Schritt Geschosse unterscheiden.

  • Flächen, die im Arbeitsschritt EBF als «ausserhalb der thermischen Hülle» parametrisiert wurden (z. B. unbeheizte Kellerräume), werden nicht dem 3D-Körper der thermischen Hülle zugeordnet. Sie werden als halbtransparente Körper angezeigt.

Falls Sie ein beheiztes Dachgeschoss haben, welches Bereiche mit < 1m Raumhöhe enthält, zählen diese nicht zur EBF. Erfassen Sie diese Bereiche aber unbedingt als «andere Fläche innerhalb thermischer Gebäudehülle», anderenfalls entstehen durch die Extrusion im Inneren des Dachgeschosses Wände, die nicht existieren. Im Schritt Energiebezugsfläche (EBF) wird anhand des Dachmodells eine Linie angezeigt (schwarz gestrichelt), welche die Grenze zwischen den Bereichen mit mehr und weniger als 1m Raumhöhe definiert.
  • Anhand der Information zur vertikalen Positionierung aus dem Tab Geschosse sowie der Positionierung in x/y-Richtung aus dem Arbeitsschritt Energiebezugsfläche (EBF) wird der extrudierte Körper mit den Dachflächen aus dem Swisstopo-3D-Modell verschnitten und sämtliche Bereiche oberhalb des Dachs abgezogen. Um Fehler bei kleineren Abweichungen zu vermeiden, werden die Dachflächen dafür nach aussen hin verlängert. Aufgrund der Qualität der Dachmodelle aus swisstopo kann es zum Teil zu merkwürdigen Dach-Formen kommen. Diese sind durch die Expertin oder den Experten zu korrigieren.

Änderungen an der Dachneigung werden nicht im 3D-Modell der Gebäudehülle angezeigt.
  • Durch das Abziehen des Bereichs oberhalb der Dächer vom extrudierten Gebäudekörper werden allfällige Dachaufbauten wie z. B. Gauben entfernt, sofern die 3D-Dachfläche darunter geschlossen und nicht ausgestanzt ist. Es entstehen saubere Dächer. Die Dachaufbauten können anschliessend im Schritt Böden - Decken - Dächer (Bö-De-Dä) ergänzt werden.

Bei Gebäuden, bei denen die thermische Hülle nicht über das Dach sondern über die oberste Geschossdecke verläuft, kann es nützlich sein, diese oberste Geschossdecke als Geschosslinie im Schritt Geschosse zu erfassen und im Schritt Energiebezugsfläche (EBF) eine Fläche «ausserhalb der thermischen Gebäudehülle» zu erfassen. Dann wird beim Generieren der Gebäudehülle der Dachstock als ausserhalb der thermischen Hülle generiert.
  • Anhand des fertigen Gebäudekörpers werden sämtliche Dach-, Decken-, Boden- und Wandflächen für die folgenden zwei Schritte Böden - Decken - Dächer (Bö-De-Dä) und Fassaden generiert. Es ist die Aufgabe der Expertin oder des Experten, diese Flächen zu überprüfen und mit den richtigen Eigenschaften zu versehen. Insbesondere auf die richtigen Typen muss geachtet werden (gegen unbeheizt, gegen Erdreich, gegen beheizt etc.)

  • Die automatisch vom Wizard generierten Dach-, Boden- und Fassadenflächen sind mit einem Label "automatisch generiert" markiert, welches im Eigenschaften-Dialog sichtbar ist.

Das aus der Extrusion resultierende 3D-Modell der thermischen Gebäudehülle wird in den letzten zwei Schritten des Wizards angezeigt. Die generierte Gebäudehülle ist auch bei Aufdatierungen weiterhin verfügbar. Das Modell des Gebäudekörpers inklusive aller markierten Flächen kann ausserdem als freiwilliges Kapitel dem Beratungsbericht angefügt werden. Der Wizard kann aber nur für Eingaben im Ist-Zustand verwendet werden. Er steht nicht für Varianten zur Verfügung.

Bei einseitig oder zweiseitig angebauten Gebäuden: Achten Sie darauf, Wände gegen die beheizten Nachbargebäude korrekt zu erfassen.